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20070206

Gauck-Behörde auf tschechisch

Eine Diskussion über die Aufarbeitung der kommunitischen Diktatur und die Rolle des damaligen tschechischen Geheimdienst (Stb) wird nun auch verstärkt in der tschechischen Öffentlichkeit diskutiert. So fordert unter anderem der tschechische Kardinal eine Stb-Kommission für Tschechien, "die die Verstrickungen von katholischer Kirche und dem ehemaligen kommunistischen Staatssicherheitsdienst in der Tschechoslowakei analysieren soll. ... Vlk erklärte, unter anderem sollten "objektive Tatsachen" analysiert werden, die einzelne Geistliche zur Kollaboration mit dem kommunistischen Regime bewegt hätten. "Die Praktiken der Staatssicherheit waren sehr hart, wenn es darum ging, Mitarbeiter zu gewinnen", betonte der Kardinal. Auch Geistliche hätten dem Druck oft nicht standgehalten: „Nicht jedem Menschen ist es gegeben, ein Held zu sein.“ " (ganzer Artikel auf Tschechien Online)

Eine ähnliche Institution wie in Deutschland fehlt im Moment noch in Tschechien, die von vielen Seiten aber als notwendig zur Aufarbeitung dieser Zeit betrachtet wird.

Bundeszentrale für politische bildung: " Die Aufarbeitung der Diktaturen in Tschechien und der Slowakei"

20061108

Keine Verjährung für Mauerschützen

Nach einem Grundsatzurteil des höchsten tschechischen Gerichts sind Tötungen an der ehemaligen Grenze der Tschechoslowakischen Republik "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und können somit nicht verjähren, berichtet die Deutsche Presse Agentur (dpa). Damit wird ein wichtiger Schritt in der Aufarbeitung der kommunistischen Diktatur gemacht. «Jeder Staat sollte sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, ob sie nun gut oder schlecht ist», begrüßte die tschechische Generalstaatsanwältin Renata Vesecka das Urteil.


Es zeigt, dass die Jurisdiktion eine Aufarbeitung der Zeit der kommunistischen Diktatur für wichtig hält, hingegen versuchen Teile Legislative die Schaffung eines "Institutes des nationalen Gedächtnisses" zu verhindern , das vergleichbar mit der in Deutschland sogenannten "Gauck-Behörde" ist, so berichtet Radio Prag. Weniger überraschend ist, dass es genau Altkommunisten und Teile der CSSD sind, die dieses versuchen zu verhindern. Der Gesetzentwurf zur Schaffung wird überflüssig und kostenintensiv abgelehnt, jedoch dürfte eher Angst vor der Vergangenheit dahinter stecken. Über den Gesetzentwurf wird weiterhin im tschechischen Parlament beraten und man kann hoffen, dass mit einem solchen Institut, eine gründliche und notwendige Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit möglich sein wird, nicht nur der Gerechtigkeit wegen.