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20070322

Panenkas Erben

Pünktlich zum EM-Qualifikationsspiel in Prag zwischen Tschechien und Deutschland erhöht auch die deutsche Presse den Druck. Hier die wichtigsten und interessantesten Vor- , Nach- und Rückblicke zur tschechischen Mannschaft.

Die Bild schürt die Angst vor Bierhoff Double Jan Koller, dem 2,02m großen Stürmer vom AS Monaco. Entsprechender verbaler Seitenfallzieher à la Bild fehlt auch nicht. Bild in "Löw: Riesen-Angst vor 2,02-m-Koller": "Als wir vor drei Jahren mit 1:2 gegen die Tschechen aus der EM flogen und Rudi Völler zurücktrat, saß Koller auf der Bank. Das wird am Samstag nicht so sein. Hoffentlich kriegen wir diesmal keinen Koller ... "

Die mögliche Aufstellung Tschechiens und die Nachnominierung von Vlcek (Wölfchen), vor dem die Bild zumindest vom Namen her mehr Angst haben sollte, findet sich in Czech Football Daily (eng.)

In Die Zeit erinnert man sich an die Ausschreitungen beim Freundschaftspiel in Bratislava gegen die Slowakei letzten Oktober "Länderspiel gegen Tschechien: Furcht vor deutschen Randalierern" und fragt sich wie Der Tagesspiegel in "Spielverderber": "Wie wollen die Sicherheitsbehörden Randale in Prag verhindern?".
Prager Zeitung: "Hooligans in Prag"
Oberpfalznetz: "Internationales Aufgebot gegen Hooligans "
Netzeitung: "´Problemfans´ halten Grenzpolizei auf Trab"
ddp: "Hooligans an Grenze zu Tschechiens gestoppt"

Über den überaus sympatischen und biergemütlichen tschechischen Nationaltrainer Karel Brückner berichtet Der Tagesspiegel: "Väterchen Brückner: Tschechiens Nationaltrainer hat auch durch den Misserfolg bei der WM nichts an Ansehen eingebüßt"

Eine Respektbezeugung gegenüber der Klasse von Petr Chech in der FAZ. Um ihn zu überwinden, benötigt man wahrscheinlich viel Podolskische Unbekümmertheit: "Peter Cech - Goldene Hände, schwarzer Helm"

Ein interessantes Interview mit David Jarolim im Hamburger Abendblatt: "Gefragt war Gehorsam"

Einem Rückblick auf deutsch-tschech(oslowak)ische Duelle widmet sich Goal.com: "Yesterday: Erneutes Frühlingserwachen in Prag?" sowie in der Rheinischen Post mit dem leicht missverständlichem Titel: "Deutsche Duelle mit Tschechien"

Die Berliner Zeitung zu Tschechien: "Chance für einen Fliesenleger"
Etwas plakativ und ohne Mährens Adler titelt die Lausitzer Rundschau: " „Böhmens Löwen“ spielen auf Sieg"
Kicker: "Optimist Pavel Kuka: 'Wir haben die bessere Mannschaft` " und "Tschechen selbstbewusst vor dem Gipfel in Prag"
Sportal.de: "Tschechien - Deutschland: Der Vergleich"
Sport1.de: "Tschechien setzt auf Heimvorteil und Offensive"
Wiesbadener Tagblatt: "Sticheleien vor dem Klassentreffen"

Was macht eigentlich Antonin Panenka (siehe Foto)? Er ist wieauch ich ein echtes Känguru ... "Ein Elfmetertor für die Ewigkeit" aus Neues Deutschland (www.fc-bohemians.cz)

Wer sich bei der Nationalhymna später fragen sollte, wer die fitgespritzte Endfünfzigerin sein sollte, findet hier Aufklärung: "Ost-Pop-Ikone Vondrackova singt deutsche Nationalhymne"

gezeichnet:
FAZ Comic: "Strizz - Tausend Raketen und dann auch noch Tschechien! "

Das Spiel live im Webradio bei http://www.swrcontra.de/ mehr infos hier.

20061206

grenzüberschreitende Lokalprostitution

Viele Touristen, die mit dem Auto nach Tschechien einreisen, gewinnen als erstes den Eindruck, dass es sich bei Tschechien um ein Land der Prostitution handelt. Wenn man nicht die Möglichkeit hat zu differenzieren, kann hier in Bild von Tschechien entstehen, dass nur für die Grenzregion zu Deutschland und Österreich gilt. Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dess Ursache für die Prostitution in diesen Grenzgebieten ist nicht das Angebot, sondern die Nachfrage von Männern aus Deutschland und Österreich. So berichtet heute die Berliner Zeitung. Dieses Problem wird z. B. nicht so von staatlicher Seite wahr genommen, "Die Regierung in Dresden (Bundesland Sachsen Anm.) stellt die Prostitution als lokales Problem der Tschechen dar", sagt Schauer. Die Ignoranz der Politiker ärgere sie, schließlich trage Deutschland Verantwortung. "Unser Land liefert die Sextouristen, ohne die wir diese Bordelle an der Grenze nicht hätten."Einen aktuellen Artikel hierzu findet sich heute in der Berliner Zeitung. weiter ...

Links:
Wikpedia - Prostitution
Süddeutsche Zeitung - Billiger Sprit, billiges Essen, billiger Sex
Radio Prag - Prostitution in Tschechien - bald ein ordentlicher Beruf?

20061103

Pivo und Spiele

Dass Bier laut Deutschlands Finananzminister Steinbrück "aus der Sicht von vielen Menschen in Deutschland kein Alkohol ist, sondern ein Nahrungsmittel," kann von fast allen Menschen in Tschechien nur bestätigt werden. Nach dem der "heiligen Bier-Allianz (zur Verhinderung einer Mindestbesteuerung von Alkoholika)" von Tschechien und Irland ist nun auch Deutschland dieser beigetreten. Dass der deutsche Finanzminister auf Steuereinnahmen verzichtet, mag auf den ersten Blick verwundern, zeigt aber auf dem zweiten Blick, dass Bier mehr Wert ist als Gold (Geld). Während es in Tschechien teil der Aussenpolitik ist (siehe Blog), ist es Deutschland Teil der Finanzpolitik. Frei nach dem Motto: Es ist nicht so gut um die öffentlichen Finanzen (Schuldenstand 2005) bestellt und an der Demokratie wird auch schon gebröckelt, aber damit Ihr euch noch ein billiges Betäubungsmittel von der grauen Realität gönnen könnt, lassen wir euch euer billiges Bier...
Und genau darin ist man sich auf beiden Seiten einig: "Tlusty (tsch. Finanzminister Anm.) zeigte sich ´sehr erfreut, dass wir die gleiche Einstellung zur Biersteuer haben´."
Über die gesundheitlichen Folgeschäden und die daraus resultierenden Kosten aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums, darf hier an dieser und anderer Stelle nicht laut nachgedacht werden.

Jeste jeden pivo, prosim ...

der ganze Artikel auf vwd.de

20061016

/Eine heilige Bier-Allianz/


Um tschechische Kultur zu verstehen, haben es manche Moslems nicht einfach, denn der Konsum von Gerstenkaltschale - im Volksmund auch Pivo genannt - ist kulturell als auch psychologisch tief verwurzelt in der tschechischen Seele. "Jit na pivo" - also "auf ein Bier (in die Kneipe) gehen", ist nicht nur einfach ein Bier trinken, sondern auch für viele gleichbedeutend für "lass uns mal darüber reden". Es ersetzt manchen Gang zum Psychologen und ermöglicht Nichttschechen eine tiefen Blick in die tschechische Seele. Somit hat das Bier also einen wichtigen Stellenwert im täglichen Leben. (Mal abgesehen vom europäischen Rekordkonsum von 159l/Jahr)
Die Europäische Union schlägt nun vor, die Biersteuer, mit einem Steuersatz von 1992 belegt, anzupassen sprich zu erhöhen. Und genau dagegen hat sich der tschechische Aussenminister Alexandr Vondra an Irland gewand und eine "Bier-Allianz" zur Rettung er niedrigen Biersteuer vorgeschlagen. "Tschechen und Iren sollten für ihre ´gemeinsame Sache´ kämpfen - die Aufrechterhaltung der bisherigen Versteuerung von Bier, die die EU zu erhöhen plane." Denn Irland hat nach Tschechien, den zweitgrößten Bierverbrauch/Kopf in Europa. Das Bier hier zur Aussenpolitik gehört, unterstreicht nur seine Bedeutung für den "inneren und äußeren tschechischen Frieden" ...