20061009

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Kurzmeldungen:

20061006

Arbeitskräftemangel Tschechien


Die Frankfurter Allgemeine Zeitung befasst sich mit der Situation auf dem tschechischen Facharbeiter/Spezialistenmarkt und dem derzeitg damit verbundenen Mangel an hochqualifizierten Arbeitnerhmern und an Unternehmern.


"In Tschechien fehlen Ärzte und hochqualifiziertes medizinisches Personal, IT-Spezialisten, Manager und Unternehmer sowie Fachkräfte in der Elektro- und Elektronikbranche und Maschinenbauingenieure. Es sind die gleichen Arbeitskräfte, die auf dem tschechischen Arbeitsmarkt benötigt werden, die von westeuropäischen Arbeitgebern gesucht - und abgeworben werden. Das osteuropäische Land bekommt ein Problem, berichtet die Internet-Seite
Euractiv.com."


Bei der Suche nach Gründen spielt nicht nur Geld eine Rolle, aber scheinbar eine nicht zu unterschätzende:

"Die Studie untersucht auch die Beweggründe der hochqualifizierten tschechischen Arbeitskräfte, die im westlichen Ausland, wie den alten Mitgliedstaaten und den Vereinigten Staaten, nach Arbeit suchen. Nach Ansicht der Autoren sei das Lohnniveau nicht entscheidend. Dieses Kriterium spiele eher für die mittel- und geringqualifizierten Arbeitnehmer eine Rolle, während für die untersuchte Zielgruppe eher Erfahrungen und der Wissenserwerb im Mittelpunkt stünden.


Dennoch betont die Studie von RILSA auch die Bedeutung finanzieller Beweggründe. Im Hinblick auf internationale und tschechische Studien zieht diese Studie den Schluß, daß ein Einkommen im Ausland, das das Niveau des tschechischen Einkommens um mindestens das Dreifache übersteigt, für einen Weggang ausschlaggebend ist. Aber auch schon bei einem nur doppelt so hohen Gehalt würde eine Abwanderung in Erwägung gezogen. Ein Vergleich zeige, daß die reale Kaufkraft tschechischer Spezialisten etwa 40 Prozent der Kaufkraft hochqualifizierter Arbeitskräfte aus den alten Mitgliedstaaten ausmache. Der Lockruf des Wetens bleibt deutlich zu hören."

Laudatio auf Vaclav Havel


Der wohl beliebtest Tscheche nach Pan Tau ist Vaclav Havel. Zur Verleihung des Regensburger Brückenpreises am 24.09.2006 hielt Dr. Norbert Lammer, Bundestagsabgeordneter, die Laudatio. Leicht pathetisch wird Vaclav Havel, seiner großen Beliebtheit und der großen Anerkennung in Deutschland entsprechend, empor gehoben: "Können Schriftsteller die Welt bewegen? Der Dichter und Bürgerrechtler aus Prag hat sie verändert. Mit Mut und Geist – ohne Guillotine."

Und führt weiter aus:
"Vaclav Havel ist die leibhaftige Verbindung zwischen Geist und Macht, zwischen Wahrheit und Wirklichkeit, Vergangenheit und Zukunft, dem alten Europa und dem neuen Europa, Totalitarismus und Demokratie, zwischen Deutschland und Tschechien allemal. Er verdeutlicht die notwendige, oft verdrängte Verbindung zwischen der politischen Verfassung Europas und den kulturellen Grundlagen dieses Europas." Sollte es also bei der nächsten Bundepräsidentenwahl zu unvorhergesehenen Pattsituationen kommen, so könnte Herr Lammert wohl auf Vaclav Havel, den Brückenbauer, zurückgreifen.

Ein Auszug der Rede ist im Rheinischer Merkur zu finden.

Die Freie Presse berichtet vom Meister der Samtenen Revolution und schreibt: "Bis zum Ende seiner Amtszeit (als Präsident, Anm.) 2003 blieb Havel ein Gefangener seiner Rolle als Galionsfigur. Nicht umsonst nennt sein Biograph John Keane ihn einen „tragischen Helden“, der hin- und hergerissen zwischen Glücksmomenten und tiefer Verzweiflung wie ein Philosophenkönig auf der Prager Burg residierte. Havel selbst hält sein Agieren auf diplomatischem Parkett im Nachhinein für einen „kleinen Irrtum der Geschichte“.

Und genau das macht Ihn wahrscheinlich so sympatisch, dass einer ein solches Amt, besonders in jener Zeit, mit soviel Erfolg und Anerkennung meistert und am Ende sagt, es handelte sich wohl um einen kleinen Irrtum der Geschichte. "Macht" nicht aus Gründen der Macht wegen, das unterscheidet Ihn zu den Stoibers und Klaus dieser Welt (der Politik).

Some more Laudatiati: Oberpfalznet zum 70. Geburtstag von Vaclav Havel (von Hajo schmidt-Knopp)

Links: Havelpedia

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CzechPortNews

  • Über die derzeitige politische Pattsituation und das Scheitern der Regierung Topolanek mit der kürzesten Amtszeit einer tschechischen Nachwenderegierung berichtet Neues Deutschland
  • Ende der Passkontrollen zwischen Tschechien und Deutschland Ende 2008 (Tagesspiegel/Berlin)
  • Zum gleichen Thema im Handelsblatt
  • "Es wäre eine "große Enttäuschung" für die Tschechen, wenn die Kontrollen dort nicht pünktlich im Herbst 2007 abgeschafft würden, meinte der tschechische Innenminister Ivan Langer" aus N24
  • Der Raum zwischen Deutschland und Tschechien wird kürzer - dank der großartigen Erfindung "Autobahn" - Bayern feiert den "Fortschritt". aus Bayrischer Rundfunk-online
  • Erwin Huber Bayrischer Wirtscahftsminister plädiert dafür, dass die Bayern mehr Tschechisch lernen sollten. aus Frankenpost

CzechPortCurious:

  • Dass Dolly Buster nicht nur nach einem Klonschaf benannt wurde, sondern sich als solches auch gebärdet, zeigt Ihr neuester Versuch der Reihe "Inspiraion Pornodreh". Nach dem Ausflug ins deutsche Dschungelcamp und dem Versuch ins Europäische Parlament zu kommen, heisst das heutige Kapitel: "Pinsel statt Porno", der Spiegel berichtet... ausführlich...

politische Kultur Tschechien -Deutschland


Zur derzeitigen politischen Siutation der ost- und mitteleuropäischen Staaten gibt es ein interessanten Beitrag bei mdr-online.


Im Gegensatz zu Polen und Ungarn, wo handfeste Skandale die derzeitige politische Landschaft erschüttern, scheint das tschechische Beben eher am Konstruktionsfehler der Sitzverteilung im Parlament und am uneindeutigen Votum der Wähler. Dass, unter kategorischem Ausschluss der Kommunisten, eine Pattsituation entstanden ist, rührt von der geraden Zahl von Sitzen im Tschechischen Parlament und dem Willen der Wähler.


Ausserdem ähnelt die Parteienlandschaft stark der deutschen Parteienlandschaft. Im Gegensatz zu anderen postkommunistischen Länder Mittel- und Osteuropas wurden die Kommunisten bis heute nicht an der Regierung beteiligt (
Ungarn/Polen). Dieses ist auch in Deutschland auf Bundesebene noch nicht erfolgt. Auch gibt es in Tschechien eine mit der in Deutschland vergleichbaren Partei Bündnis90/DieGrünen, "Strana Zelenich", so dass sich tschechische und deutsche politische Kultur sich näher sind als die tschechische mit seinen östlichen Nachbarstaaten.

Einen kurzen Überblick über die derzeitigen politischen Krisen der neuen EU-Länder liefern die
OÖNachrichten, mit einem interessanten Leserkommentar, der das Problem eher im Verhältniswahlrecht sieht und eine Änderung zum Mehrheitswahlrecht fordert - auch für Österreich und Deutschland.

20061005

CzechPort - online


Dass viele Deutsche nicht wissen, dass Karl Gott (cz: Karel Gott) immer noch kein Deutscher ist, ist nicht neues.
Neu dagegen auch nicht die Bewunderung für Vaclav Havel den ehemaligen tschechischen Disi- und Präsidenten Tschechiens/Tschechoslowakei. Während Herr Gott nur im deutschsprachigen Raum zu Ruhm gelangte, ist Vaclav Havel eine weltweit anerkannte Persönlichkeit.
Der Stern titelt passend
"Ein Popstar der Politik wird 70", der Höhen und Tiefen durchschritten hat, aber immer noch zu den beliebtesten Tschechen weltweit gehört. Seine Beliebtheit in Deutschland ist vielleicht auch dem Umstand geschuldet, dass die (Post-)DDR keinen Politiker vom Schlage Vaclav Havels hervorgebracht hat - der zum "Freiheitshelden" gewordene Künstler, der sich den Freiheitsgedanken aufopferte (und natürlich siegte), zum Politiker wurd und somit sich grundlegend von allen bekannten Berufspolitikern in Deutschland unterscheidet. Ein intelektueller/Künstler als Präsident würde in Deutschland zwar nie möglich sein, doch die Vorstellung hat Ihren Reiz.

Czechport - Tschechien in deutschen Medien




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